Was ist Hygiene?
Hygiene – was ist das und welche Ziele hat sie?
Die Definition von Hygiene geht über alltägliche Körperhygiene und Putzen im Haushalt hinaus. Aber was genau ist Hygiene? Welche Arten gibt es? Und welche Bedeutung hat Hygiene in den verschiedenen Bereichen?
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Definition: Was ist Hygiene?
Zur Hygiene zählen alle Maßnahmen, die
der Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit einzelner Personen oder ganzer Gemeinschaften dienen und/oder
zur Vermeidung oder Bekämpfung von Infektionen zum Einsatz kommen.
Die Definition der Hygiene umfasst damit viel mehr als das oft darunter verstandene Reinigen und Desinfizieren. Fachlich schließt Hygiene auch Verhalten, Lebensbedingungen und systematisch wissenschaftlich fundierte Vorgehensweisen ein. Hygiene ist eine wichtige Grundvoraussetzung für Gesundheit im Alltag und im Zusammenleben.
Dabei wird Hygiene als Primärprävention verstanden: Sie setzt an, bevor Krankheiten überhaupt entstehen – mit dem Ziel, Infektionen und gesundheitliche Schäden von vornherein zu verhindern.
Was bedeutet der Begriff Hygiene?
Der Begriff Hygiene bezeichnet die Lehre von der Gesunderhaltung sowohl des Einzelnen als auch der Allgemeinheit.
Wie grenzen sich Desinfektion und Sterilisation von dem Begriff Hygiene, ab?
Desinfektion und Sterilisation sind typische Maßnahmen, die unter den Überbegriff Hygiene fallen. Sie unterscheiden sich jedoch voneinander:1
Bei der Desinfektion geht es darum, krankmachende Erreger (wie Bakterien, Viren oder Pilze) zu reduzieren oder abzutöten, sodass eine Infektion unwahrscheinlich ist.
Eine Sterilisation hingegen entfernt alle Mikroorganismen – sowohl gute, als auch potenziell krankmachende oder ruhende (Sporen) – sodass ein sterilisierter Gegenstand als keimfrei gilt.
Warum ist Hygiene wichtig?
Hygiene ist entscheidend, um Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit langfristig zu schützen. Sie sorgt dafür, dass Krankheitserreger keine Chance haben, sich zu verbreiten. Hygiene trägt so zu einem sicheren und gesunden Umfeld bei. Besonders wichtig ist sie für gefährdete Personengruppen wie Menschen mit geschwächtem Immunsystem – aber auch für Fachkräfte in medizinischen und pflegerischen Berufen, die sich durch konsequente Hygienemaßnahmen vor berufsbedingten Infektionen schützen.
Was sind die Ziele der Hygiene?
Zu den Zielen der Hygiene gehören vor allem folgende

Ausbreitung bestehender Krankheiten vermeiden

Ansteckung gesunder Personen vorbeugen

Hygienische Standards sicherstellen

Einwandfreie Produkte einsetzen und konsumieren

Infektionsketten gezielt unterbrechen
Welche Hygienemaßnahmen gibt es?
Es gibt eine Vielzahl von Hygienemaßnahmen, abhängig vom jeweiligen Einsatzbereich. Zu den klassischen Maßnahmen gehören etwa gründliches Händewaschen, das Tragen von Schutzkleidung und das Reinigen von Arbeitsflächen.
Ein zentrales Konzept ist dabei die Basishygiene (auch Standardhygiene genannt): Sie umfasst grundlegende Maßnahmen, die unabhängig vom konkreten Infektionsrisiko immer gelten – also bei jedem Patienten und in jeder Situation. Zu den Bestandteilen der Basishygiene gehören unter anderem:
Händehygiene (Waschen und Desinfizieren der Hände – die wichtigste Einzelmaßnahme)
Reinigung und Desinfektion von Flächen und Geräten
Aufbereitung von Medizinprodukten (Reinigung, Desinfektion, Sterilisation)
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Handschuhe, Masken oder Schutzkittel
Sichere Abfall- und Wäscheentsorgung
Wichtig: Hygienemaßnahmen sind von Bedeutung, um die Ziele der Hygiene zu erfüllen – und so die Gesundheit zu erhalten.
Auf einem Blick: Arten und Bereiche der Hygiene
Je nach Definition gibt es verschiedene Bereiche der Hygiene. Grundsätzlich lassen sich folgende Hygiene-Arten unterscheiden:
Hygiene | Beispiel-Hygienemaßnahmen | Relevanz & Ziel |
|---|---|---|
Persönliche Hygiene |
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Öffentliche Hygiene |
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| Betriebshygiene |
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Gesundheitsförderung |
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Arbeitsbereiche der Hygiene
In bestimmten Bereichen spielt Hygiene – als Teil der Arbeitssicherheit und darüber hinaus – eine besonders wichtige Rolle. Hierzu gehören die folgenden Einsatzgebiete.
Durch den engen Kontakt besteht in der häuslichen oder stationären Pflege ein erhöhtes Risiko von Infektionen unter den Beteiligten. Pflegebedürftige und Pflegende kommen regelmäßig mit potenziell infektiösen Körperstellen und -flüssigkeiten in Berührung (wie Blut, Speichel, Urin, Stuhl, Erbrochenes, Schleim, Wundsekret). Das in der Regel höhere Lebensalter steigert das Risiko für Pflegebedürftige weiter.2 Maßnahmen der Hygiene, die vor einer Ansteckung schützen, sind deshalb auch in diesem Bereich von besonderer Bedeutung. Neben der Desinfektion von Oberflächen, Haut und Händen gehören ebenfalls die richtige Abfallbeseitigung, Wäschehygiene sowie der korrekte Umgang mit Lebensmitteln zu den wichtigen Maßnahmen.
Zum Schutz von Patient:innen und Personal spielt die Hygiene in Krankenhäusern, Kliniken und ähnlichen Einrichtungen eine entscheidende Rolle. Medizinische Hygiene ist dabei ein eigenständiges Teilgebiet der Medizin und des Infektionsschutzes. Jedes Jahr erkranken zwischen 400.000 und 600.000 Personen an sogenannten nosokomialen Infektionen, sie stecken sich im Krankenhaus mit einem Erreger an.3 Ziel der Hygiene in Kliniken ist daher unter anderem, diese Zahl mit systematisch und wissenschaftlich fundierten Maßnahmen zu senken.
Hierfür können Sie sich an den regelmäßig herausgegebenen Empfehlungen der Kommission KRINKO (Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) des Robert Koch-Instituts orientieren.4 Letzteres ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention.
Für die Hygiene im Bereich der Pharmaindustrie gelten noch strengere Regeln als im Lebensmittelsektor. Eine Verunreinigung von Arzneimitteln oder Kosmetika kann im Ernstfall verheerende Auswirkungen haben. Aus diesem Grund ist die Medikamentenherstellung einer der am stärksten regulierten Industriesektoren, was Fertigung, Abfüllprozesse und Vermarktung betrifft. Das beinhaltet neben spezifischen Hygienestandards in den Produktionsstätten auch eine einwandfreie Kennzeichnung der Ware und eindeutige Rückverfolgbarkeit.
Für Nahrungsmittel gelten besonders hohe hygienische Standards, da sie einen optimalen Nährboden für Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroorganismen bieten. Deshalb ist in lebensmittelverarbeitenden Betrieben auf saubere Arbeitsoberflächen und Werkzeuge zu achten, sowohl bei der Herstellung als auch bei Zubereitung, Verpackung, Lagerung und Transport der Lebensmittel. Die Körperhygiene der Mitarbeiter:innen steht ebenfalls im Fokus, genauso die Verwendung einwandfreier Rohstoffe bei der Produktion.
Passenden Hygiene- und Desinfektionsplan finden
Melden Sie sich kostenlos an und erhalten Sie branchenspezifische Vorlagen für Desinfektions- und Hygienepläne. Individuelle Anpassungsmöglichkeiten und das Einrichten von Erinnerungen erleichtern Ihnen die Übersicht über Desinfektionsmaßnahmen.
Welche Betriebe müssen sich an Hygienevorschriften halten?
Jedes Unternehmen oder Geschäft, in dem Mitarbeiter:innen mit Kund:innen, Patient:innen, Bewohner:innen oder anderen Personen in Kontakt stehen, benötigt ein Hygienemanagement.
Zu den Betrieben, die Hygienemaßnahmen erfüllen müssen, zählen beispielsweise:

Krankenhäuser und Kliniken


Apotheken und Pharmaindustrie

Arzt-, Zahnarzt- und Tierarztpraxen

Labore

Kitas, Schulen und Universitäten

Restaurants, Imbisse und Bäckereien



Schwimmbäder

Wäschereien

Gut zu wissen: Die Betriebe sind einer von neun Risikoklassen zugeteilt, nach der sich entscheidet, wie häufig die zuständigen Behörden die Einhaltung der Hygiene kontrollieren.
Was ist Hygiene: Übersicht der wichtigsten Begriffe
Antiseptisch wirkende Produkte vernichten Krankheitserreger auf der Haut oder den Schleimhäuten. Sie sind als Antiseptika bekannt
Die Desinfektion beschreibt das Abtöten oder Inaktivieren von Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen, Sporen und Viren, um Infektionen zu vermeiden.
Ein Desinfektionsplan beinhaltet als Teil eines Hygieneplans Maßnahmen zur Desinfektion am Arbeitsplatz. Das umfasst sowohl bestimmte Verfahren als auch Kontrollprozesse.
Zur Flächendesinfektion gibt es spezielle Mittel. Durch diese lassen sich Erreger wie Bakterien, Pilze, Sporen und Viren auf Oberflächen durch Wisch- oder Sprühdesinfektion deutlich reduzieren.
Mit bestimmten Mitteln zur Händedesinfektion werden Krankheitserreger gezielt und zuverlässiger als beim reinen Händewaschen minimiert. Das vermeidet insbesondere nosokomiale Infektionen in Krankenhäusern und Kliniken.
Für die Überwachung und Einhaltung von Hygienemaßnahmen sind Hygienefachkräfte zuständig. Sie arbeiten häufig im Krankenhaus. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Beratung von Mitarbeiter:innen sowie das Erfassen von auftretenden Infektionen.
Ein Hygieneplan ist nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) für bestimmte Bereiche verpflichtend, in denen aseptisches Arbeiten notwendig ist. Der Plan nennt alle Maßnahmen der Infektionsvermeidung, die solche Einrichtungen einhalten müssen.
Überträgt eine infizierte Person Krankheitserreger durch direkten Körperkontakt oder Berührungen auf eine andere, sprechen Fachleute von einer Kontaktinfektion.
Dazu zählen alle Mikroorganismen, die sich auf den menschlichen Körper gesundheitsschädigend auswirken können. Neben Bakterien, Sporen, Viren und Pilzen umfasst das auch Parasiten oder Algen.
Der Begriff stammt vom Altgriechischen Nosokomeion für Krankenhaus. Es handelt sich um Krankenhausinfektionen, also Erkrankungen, die durch eine Ansteckung in der Klinik erfolgt sind.
Im Gegensatz zur Desinfektion entfernt die einfache Reinigung nur sichtbaren Schmutz sowie organisches Material. Das soll die Vermehrung von Mikroorganismen in diesen Substanzen verhindern.
Nach Genesung oder bei Raumwechsel einer ansteckenden Person in Krankenhäusern, Kliniken, Pflegeheimen oder ähnlichen Einrichtungen gilt es, eine Schlussdesinfektion durchzuführen. Das Infektionsschutzgesetz sieht die Desinfektion des Raums (Flächen und Gegenstände) sowie von Medizinprodukten vor.
Im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion erfolgt die Schmierinfektion indirekt über den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen wie Türgriffen.
Beim Sterilisieren (auch: Entkeimen) werden jegliche Mikroorganismen von Gegenständen entfernt – auch in ihren Ruhestadien (Sporen).
Dieses Verfahren der Desinfektion findet besonders bei Instrumenten Anwendung. Der Gegenstand wird komplett in eine Desinfektionsmittellösung eingetaucht.
Anders als die Schmierinfektion infizieren sich Patient:innen bei der Tröpfcheninfektion direkt von Person zu Person. Beim Niesen, Husten oder Atmen gelangen winzige Tröpfchen mit Erregern in die Luft. Über das Einatmen dieser Luft können sich Menschen anstecken.
- [1]Umweltbundesamt: Hygiene im Privatbereich
- [2]Zentrum für Qualität in der Pflege: Hygiene einhalten. Tipps gegen Infektionen
- [3]Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Krankenhaushygiene
- [4]Robert Koch-Institut: Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO)