Desinfektion, Sterilisation, Reinigung

Reinigung, Desinfektion, Sterilisation – die Unterschiede
Alle drei Hygienemaßnahmen verfolgen ein Ziel: Sie sollen Infektionen verhindern. Und zwar, indem sie potenzielle Krankheitserreger entfernen, inaktivieren oder abtöten. Doch wie unterscheiden sich Desinfektion, Sterilisation und Reinigung und was ist wann sinnvoll? Erfahren Sie alles Wichtige.

Kurzdefinition Desinfektion, Sterilisation & Reinigung: Was ist was?

  • Reinigung

    Reinigung

    Entfernen von sichtbarem Schmutz und Verunreinigungen von Oberflächen oder Gegenständen.

     

     

  • Desinfektion

    Desinfektion

    Zur gezielten Abtötung bzw. Inaktivierung von Krankheitserregern, um das Infektionsrisiko deutlich zu reduzieren.

  • Sterilisation

    Sterilisation

    Das vollständige Abtöten aller Mikroorganismen, einschließlich Sporen.

Wirkung von Desinfektion, Sterilisation und Reinigung im Vergleich

Das Ziel aller drei Methoden ist es, Ansteckungen zu verhindern. Die Hygienemaßnahmen unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Wirksamkeit.

Maßnahme

Wirkung

Beispielhafter Einsatz

Reinigung

Reduzierung vorhandener Oberflächenkeime um circa 90 Prozent (keine Abtötung)1Bei erhöhtem Infektionsrisiko ist eine Desinfektion erforderlich.

Küchenarbeitsflächen, Toiletten, Böden oder Behandlungsliegen in einer Massagepraxis

Desinfektion

Die Keimanzahl auf der desinfizierten Oberfläche reduziert sich dadurch in der Regel deutlich: um rund 99,9 Prozent (fachsprachlich um 5 log10-Stufen)2

Praxisflächen, Türgriffe, Hände oder Medizinprodukte

Sterilisation

Gegenstände werden vollständig (zu 100 Prozent) von lebenden Mikroorganismen in jedem Entwicklungsstadium befreit.3

OP-Instrumente, Katheter, Implantate

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Wie unterscheiden sich Desinfektion, Sterilisation und Reinigung?

Reinigung, Desinfektion und Sterilisation unterscheiden sich in ihrer Zielsetzung und Wirksamkeit gegenüber Mikroorganismen. Sie stellen aufeinander aufbauende Hygienemaßnahmen dar:

  • Durch die Reinigung wird hauptsächlich offensichtlicher Schmutz entfernt. Die Anzahl an Oberflächenkeimen reduziert sich dadurch und es existiert kein Nährboden mehr, auf dem sich Mikroorganismen leicht vermehren können. Eine gründliche Reinigung stellt die Voraussetzung für eine erfolgreiche Desinfektion dar.

  • Mit einer Desinfektion erzielen Fachkräfte, dass von einem Gegenstand oder einer Oberfläche keine Infektionsgefahr für den Menschen ausgeht. Krankheitserreger lassen sich so in einen inaktiven Zustand versetzen, wodurch die Zahl von gefährlichen Keimen deutlich geringer ist als vor der Maßnahme.

  • Die Sterilisation folgt in der Regel auf eine sachgemäße Desinfektion. Nach dem Sterilisieren befinden sich im Unterschied zu den anderen beiden Hygienemaßnahmen (Reinigung und Desinfektion) keinerlei vermehrungsfähige Mikroorganismen mehr auf der entsprechenden Oberfläche.

Unter Berücksichtigung dieser Unterschiede wird deutlich, dass die Maßnahmen aufeinander aufbauen: Die Reinigung schafft die Voraussetzung, die Desinfektion reduziert das Infektionsrisiko und die Sterilisation führt zur vollständigen Keimfreiheit.

Einsatzbereiche: Welches Verfahren ist in welchem Fall sinnvoll?

  • Privathaushalt

    Reinigung

    in allen Einrichtungen und im Privathaushalt

  • Krankenhaus

    Desinfektion

    in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Kosmetiksalon, Tattoo und Piercingstudio, Lebensmittelindustrie sowie weiteren Einrichtungen mit erhöhtem Infektionsrisiko

  • Operation

    Sterilisation

    in Krankenhäusern sowie bei der Aufbereitung von Medizinprodukten und pharmazeutischen Zubereitungen

Wann ist eine Reinigung ausreichend?

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Eine normale Reinigung ist fürs Sauberhalten in Privathaushalten in der Regel ausreichend. Sichtbarer Schmutz wie Staub oder Fett wird durch Putz- und Reinigungsmittel entfernt und die Keimlast verringert.4 Selbstverständlich werden auch medizinische Einrichtungen regelmäßig gereinigt.

Wann braucht es Desinfektion?

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Eine Desinfektion ist immer dann erforderlich, wenn das Risiko einer Infektionsübertragung gezielt unterbrochen werden muss. Im Gegensatz zur Reinigung reicht hier das bloße Entfernen von Schmutz nicht aus – krankheitserregende Mikroorganismen müssen wirksam reduziert oder inaktiviert werden.

Typische Situationen sind zum Beispiel:

  1. Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material, etwa Blut, Sekreten oder Ausscheidungen (z. B. in Pflege- oder medizinischen Bereichen).

  2. Bei häufig berührten Flächen wie Türgriffen, Lichtschaltern, Tastaturen oder Handläufen, insbesondere in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr.

  3. In hygienisch sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, Arztpraxen, Laboren oder in der Lebensmittelverarbeitung.

  4. Nach Erkrankungen im Haushalt oder Betrieb, um die Weiterverbreitung von Keimen zu verhindern.

Verschiedene Desinfektionsarten

Grundsätzlich unterscheiden Fachkreise hauptsächlich zwischen der Flächendesinfektion und der Hautdesinfektion. Das Desinfizieren von Händen hat eine besonders große Bedeutung, damit Keime sich nicht durch Berührungen verteilen. Außerdem findet die Desinfektion bei Wäsche, Lebensmitteln, Instrumenten und Räumen statt. Sie kann durch wischen, sprühen, scheuern oder eintauchen erfolgen. 

Wann ist eine Sterilisation notwendig?

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Eine Sterilisation ist immer dann notwendig, wenn Medizinprodukte oder Materialien in sterile Körperbereiche eingebracht werden oder mit Blut, Gewebe oder nicht intakter Haut in Kontakt kommen.5 OP-Besteck, Injektionsnadeln, Katheter oder sterile Handschuhe müssen zum Beispiel keimfrei sein. Nach dem Sterilisieren befinden sich im Unterschied zu den anderen beiden Hygienemaßnahmen keinerlei vermehrungsfähige Mikroorganismen wie Viren, Bakterien oder Sporen mehr auf der Oberfläche. Deswegen können Ärzt:innen zum Beispiel mit sterilen Handschuhen in offene Wunden von Patient:innen fassen, ohne dadurch eine Infektion auszulösen.

Welche Methoden gibt es bei Reinigung, Desinfektion und Sterilisation?

FAQ zu Desinfektion, Sterilisation & Reinigung

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  1. [1]
    „Lebensmittelhygiene, Reinigung und Desinfektion“. Bundesinstitut für Risikobewertung, https://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps-zu-lebensmittelhygiene-reinigung-und-desinfektion.pdf 
  2. [2]
    „Desinfektionsmittel: nur in Ausnahmefällen“. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/desinfektionsmittel/
  3. [3]
    „Wesen und Bedeutung der Sterilisation“. Springer Nature Link, https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-11221-2_3
  4. [4]
    „Haushaltshygiene“. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/haushaltshygiene/
  5. [5]
    „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“. Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO), Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BbArM), https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Krankenhaushygiene/KRINKO/Empfehlungen-der-KRINKO/Basishygiene/Downloads/Medprod_Rili_2012.pdf?__blob=publicationFile&v=7
  6. [6]
    „Lebensmittelhygiene, Reinigung und Desinfektion“. Bundesinstitut für Risikobewertung, https://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps-zu-lebensmittelhygiene-reinigung-und-desinfektion.pdf
  7. [7]
    „Desinfektion mit UV-C-Strahlung“. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), https://www.bfs.de/DE/themen/opt/anwendung-alltag-technik/uv/uv-c-strahlung/uv-c-desinfektion_node.html